Frau und Mann im Hinduismus

- das Göttliche kann weiblich und männlich sein
Ein indisches Paar auf einer grünen Wiese.
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Die Möglichkeiten hinduistischer Frauen sind stark von der Zeit, der Region, der Familie und den Entwicklungen in der Gesellschaft abhängig.
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Im Hinduismus gibt es kein einheitliches Bild von Frau und Mann. Dafür sind die hinduistischen Glaubensrichtungen und Traditionen zu vielfältig. Schon alte hinduistische Texte aus dem Jahrtausend vor Beginn unserer Zeitrechnung erzählen von gelehrten Frauen wie Gargi und Maitreyi. Sie beschäftigten sich mit religiösen und philosophischen Fragen und nahmen an wichtigen Gesprächen zwischen Gelehrten teil.

Das Göttliche im Hinduismus kann weiblich sein

Eine Besonderheit des Hinduismus ist die große Bedeutung von Göttinnen. Das Göttliche selbst kann in weiblicher Gestalt verehrt werden. Saraswati steht für Wissen und Weisheit, Lakshmi für Glück und Wohlstand und Durga für Kraft und Schutz.

Eine wichtige Vorstellung ist Shakti, die göttliche weibliche Kraft. Sie gilt als die Kraft, durch die das Göttliche in der Welt wirkt. In manchen hinduistischen Traditionen verehren Gläubige Devi, die Göttin, als höchste göttliche Wirklichkeit. Sie kann als göttliche Mutter und Ursprung aller Kräfte verstanden werden. Auch Prakriti, die Natur und schöpferische Kraft, ist mit dem weiblichen Prinzip verbunden.

Frau und Mann bei religiösen Ritualen im Hinduismus

Bei vielen traditionellen Ritualen haben Frauen eine wichtige Aufgabe. Im vedischen Ritual gibt es den Yajamāna, denjenigen, für den ein Ritual durchgeführt wird. Seine Ehefrau, die Patnī, nimmt bei wichtigen Ritualen gemeinsam mit ihm teil. Bei manchen Ritualen führt sie sogar bestimmte vorgeschriebene Handlungen selbst aus.

Die Ehefrau wird traditionell auch Grihini, „Herrin des Hauses“, und Ardhangini, „seine andere Hälfte“, genannt. Damit wird ausgedrückt, dass das religiöse Leben des Hauses nicht allein Aufgabe des Mannes ist.

Bis heute gestalten Frauen viele Pujas, Feste und Familientraditionen. Sie geben Gebete, Geschichten, Bräuche und religiöses Wissen an die nächste Generation weiter.

Frau und Mann: Religion und Alltag unterscheiden sich

Wie Frauen und Männer tatsächlich leben und welche Aufgaben sie übernehmen, unterscheidet sich stark und hängt von der Zeit, der Region, der Familie und der Gemeinschaft ab. In manchen Gesellschaften und Zeiten hatten Frauen große Handlungsspielräume, in anderen waren ihre Möglichkeiten stärker eingeschränkt.

Deshalb sollte man gesellschaftliche Verhältnisse in Indien nicht automatisch mit den religiösen Vorstellungen des Hinduismus gleichsetzen. Um die Stellung der Frau im Hinduismus zu verstehen, muss man sich sowohl die religiösen Vorstellungen und Rituale als auch die unterschiedlichen historischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ansehen.