Karma

- Jede Entscheidung hat Folgen
Zwei Hände reichen eine Schale Reis.
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Wer gerne gibt und viel Gutes tut, besitzt ein gutes Karma.
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Karma ist im Hinduismus und im Buddhismus ein wichtiger Teil des Lebens. Es beschreibt die Vorstellung, dass jede bewusste Handlung Folgen hat, die entweder gut oder schlecht sind – abhängig davon, was jemand tut. Beide Religionen betonen die Wichtigkeit bewusster guter Taten. Im Hinduismus führen sie zu einem besseren nächsten Leben. Im Buddhismus bringt gutes Karma innere Ruhe und letztlich die Erleuchtung.

Karma im Hinduismus

Hindus glauben, dass gute und schlechte Taten das Karma beeinflussen. Ob das nächste Leben nach der Wiedergeburt glücklich oder von Leid geplagt wird, bestimmt also das Karma. Menschen, die andere verletzen oder schlecht behandeln, könnten als armer oder kranker Mensch oder auch als Tier wiedergeboren werden. Das schwierige Wort für Wiedergeburt ist Reinkarnation.

Gutes und schlechtes Karma sammelt sich aus dem jetzigen Leben und aus dem vorherigen Leben. Karma ist aber keine direkte Strafe oder Belohnung, sondern das natürliche Ergebnis der Handlungen, die ein Mensch im Leben ausführt.

Bei der Wiedergeburt werden die guten und schlechten Taten miteinander verglichen. Das Ziel eines Hindus ist, im Leben so viel gutes Karma wie möglich anzusammeln. Wer genug gutes Karma gesammelt hat, kann die Moksha erreichen, also die Befreiung aus dem Kreislauf von Tod und Wiedergeburt.

Karma im Buddhismus

Im Buddhismus hat Karma ebenfalls eine sehr wichtige Bedeutung, wird aber anders verstanden als im Hinduismus. Für Buddhistinnen und Buddhisten beeinflusst jede Handlung nicht nur die Zeit nach dem Tod, sondern auch den Zustand des Geistes im jetzigen Leben. Gutes Karma bringt mehr innere Ruhe und verringert das Leiden im diesem Leben.

Buddhistinnen und Buddhisten betrachten Menschen als sich ständig verändernde Wesen. Wenn ein Mensch etwas tut, dann verändert er sich dabei und entwickelt sich weiter. Die zukünftige Person spürt die Folgen des Karmas, doch sie ist nicht genau dieselbe, die das Karma angesammelt hat, weil sie sich weiterentwickelt hat. Das Ziel besteht letztlich darin, durch gutes Handeln und Meditation Erleuchtung zu erlangen und das Nirwana zu erreichen. Das Nirwana ist ein Zustand der vollkommenen Befreiung von Leiden und Elend.