Hallo Dafina. Viele Musliminnen und Muslime richten sich bei ihrer Entscheidung für die erste sexuelle Begegnung an religiöse Gebote. Der Islam schreibt vor, dass Menschen ausschließlich in einer Ehe mit ihrem Ehepartner oder ihrer Ehepartnerin Sex haben dürfen.
In einer Ehe zählt aber nicht nur die körperliche Nähe, wie Sex, sondern auch die geistige Nähe stellt einen sehr wichtigen Bestandteil der Ehe dar. Es ist also sehr wichtig, dass sich Menschen in einer Partnerschaft gut verstehen. Paare bilden nämlich ein Team, das in guten Zeiten, aber auch in schwierigen Situationen füreinander da ist, also sich gegenseitig unterstützt und hilft. So eine Partnerschaft setzt sehr großes Vertrauen in einen Menschen voraus.
Sexualität setzt gegenseitig vertrauensvollen Umgang voraus
Es ist also wichtig, sich klar zu machen, dass dieser vertrauensvolle Umgang in der Ehe eine große Bedeutung hat. Und da körperliche Nähe und sexuelle Begegnungen auch großes Vertrauen in die Partnerin oder den Partner voraussetzen, darf dieses große Vertrauen nicht verletzt werden. Das gilt auch für alle anderen Lebenslagen einer Partnerschaft.
Nicht nur für Musliminnen und Muslime spielt die Familie eine sehr große Rolle in ihrem Leben. Um ein behütetes und glückliches Familienleben zu haben, darf das gegenseitige Vertrauen nicht verletzt werden. Die religiösen Gebote haben also im Sinn, dieses gegenseitige Vertrauen zu schützen, egal ob es um Sexualität, Lügen, Betrug oder Verrat geht.
Nur „Ja“ heißt auch wirklich „Ja“
Letztendlich entscheiden Paare selbst, wann sie miteinander Sex haben wollen. In Deutschland ist es ab 14 Jahren erlaubt, dass sich Jugendlichen im ähnlichen Alter körperlich näher kommen. Es ist aber immer nur erlaubt, wenn beide es wirklich wollen und niemand den anderen zwingt, unter Druck setzt oder überredet. Ab 16 Jahren sind auch Beziehungen mit Erwachsenen erlaubt, solange es keine Abhängigkeit herrscht und alles freiwillig passiert. Die wichtigste Voraussetzung für selbstbestimmte Sexualität ist also rücksichtsvoll miteinander umzugehen und sich nur im gegenseitigen Einverständnis körperlich näherzukommen. Denn nur „Ja“ heißt auch wirklich „Ja“.