Lebensregeln im Alevitentum

- im Einvernehmen leben und 40 Regeln befolgen
viele Hände aufeinandergestapelt bilden Kreis
Hannah Busing/Unsplash
Alevitinnen und Aleviten nehmen Rücksicht auf sich selbst und achten aufeinander, damit alle friedlich zusammenleben können.
Daniel Wagner
Text von

Alevitinnen und Aleviten ist es wichtig, dass jede und jeder im Einvernehmen mit sich selbst und mit der Gemeinschaft lebt. Das nennen sie Rizalik. Besonders eine Regel spielt dabei eine große Rolle. Sie sagt: „Beherrsche deine Hände, deine Zunge und deine Lenden!“. Damit ist gemeint, niemanden mit Taten oder Worten zu verletzen und ein treuer Partner oder eine aufrichtige Freundin zu sein.

Alevitinnen und Aleviten leben nach den „Vier Toren und Vierzig Stufen“, die auf Türkisch „Dört Kapı Kırk Makam" heißen. Sie glauben, dass sie anhand der Regeln jeder einzelnen Stufe immer reifer werden und so ein Insan-i Kamil werden können, also ein vollkommener und guter Mensch. Der alevitische Weg, der Yol heißt, ist also ein Prozess, der die Vervollkommnung zum Ziel hat.

Jedes der 4 Tore besteht aus 10 Stufen 

Jedes der vier Tore hat seine Besonderheit und besteht aus jeweils zehn Stufen. Die einzelnen Stufen sind Anleitungen, die ein gutes Zusammenleben ermöglichen sollen. Das Durchschreiten der einzelnen Tore wird durch das Befolgen der einzelnen Stufen erreicht.

Allerdings sind die Tore nicht als hintereinander stehende Tore zu verstehen. Es sind Werte und Regeln, die miteinander zu tun haben und gleichzeitig einzuhalten sind. Für die Alevitinnen und Aleviten bedeutet das eine lebenslange Aufgabe.