Homosexualität im Judentum

- unterschiedliche Sichtweisen auf gleichgeschlechtliche Paare
Kippa mit Regenbogen-Farben liegt auf Regenbogenflagge
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Die Regenbogenfahne ist das internationale Symbol für Homosexualität. Die Kippa steht symbolisch für das Judentum. (Symbolbild)

Zur Frage der Homosexualität gibt es im Judentum schon seit Hunderten von Jahren unterschiedliche Sichtweisen. Einige Gruppen halten am Verbot homosexueller Handlungen fest. Andere Jüdinnen und Juden begegnen homosexuellen Menschen offener oder erkennen sie weitestgehend an. In der traditionellen nicht-orthodoxen Strömung, die auf Englisch "Conservative Movement" heißt, dürfen Rabbinerinnen und Rabbiner seit dem Jahr 2006 homosexuelle Paare miteinander verheiraten.

Wenn Jüdinnen und Juden Homosexualität ablehnen, beziehen sie sich dabei auf biblische Texte. Dort stehen Verse, die sie als Verbot von Homosexualität verstehen. In der Folge machen sie daraus ein Religionsgesetz. Menschen anderer Strömungen im Judentum verstehen dieselben Verse aber anders. Sie sagen, es gibt kein Verbot von Homosexualität und somit auch kein Religionsgesetz zu beachten.

Jüdinnen und Juden deuten die Schriften ihrer Religion, um Klarheit für alle möglichen Situationen ihres Lebens zu bekommen. Die Texte helfen ihnen dabei Entscheidungen zu treffen, wie sie leben möchten oder was ihnen zutiefst widerspricht.

Jede Deutung will die Regeln G'ttes bestmöglich befolgen. So ist die Ablehnung von Homosexualität in der Vergangenheit entstanden. Ebenso verständlich und notwendig ist aber der moderne Umgang mit den Schriften des Judentums, der sagt: Kein Mensch soll ausgegrenzt oder abgelehnt werden.