Musik im Christentum

- das wichtigste Instrument ist die Orgel
Gläubige singen beim Gottesdienst in der Uferkirche in Marburg
epd-bild/Rolf K. Wegst
Gläubige singen beim Gottesdienst in der Uferkirche in Marburg zur Orgelmusik.
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Musik oder Melodien spielen im Christentum eine bedeutende Rolle. Das wichtigste Instrument ist dabei die Orgel in der Kirche.

Aber das war nicht immer so. Am Anfang gab es in den Kirchen keine Musikinstrumente. Die Menschen haben nur mit ihrer Stimme gesungen ohne mit Musikinstrumenten begleitet zu werden. Das lag daran, dass die Orgel früher ein Instrument der römischen Kaiser war. Viele Christinnen und Christen wollten sich vom römischen Kaiser und dem römischen Glauben an Göttinnen und Götter abgrenzen.

Erst vor ungefähr 1.200 Jahren änderte sich das. Der mächtige Herrscher Karl der Große brachte viele Dinge in die Kirche, die vorher nur Königinnen und Könige und Kaiserinnen und Kaiser hatten, wie zum Bespiel auch die Orgel. Sie passte gut in die großen Kirchenräume, weil ihr Klang weit zu hören war. Mit der Orgel konnten Menschen ihre Gefühle in der Musik ausdrücken: fröhliche Lieder zum Lob Gottes, ruhige Melodien zum Nachdenken oder festliche Musik für besondere Tage.

Wie himmlische Engelsmusik

Oft stehen Orgeln hoch oben auf einer Empore. Von dort erklingt die Musik, aber die Menschen sehen den Musiker oder die Musikerin nicht. Viele sagen, das erinnert an Engelsmusik aus dem Himmel. Orgeln gibt es heute fast überall auf der Welt. Europäische Missionare haben sie in viele Länder gebracht. Aber auch andere Instrumente waren früher in der Kirche wichtig, zum Beispiel die Harfe. Sie begleitete das Singen von Psalmen.

Viele Menschen fühlen sich Gott beim Singen besonders nah. Der Kirchenlehrer Augustinus soll gesagt haben.

"Wer singt, betet doppelt.“

Vielleicht, weil beim Singen nicht nur die Stimme benutzt wird, sondern auch das Herz mitsingt. In vielen Kirchen begleiten heute nicht nur Orgeln den Gesang, sondern auch Gitarren, Trommeln oder ganze Bands mit modernen Liedern.